Das XML Format – wenn eine Schlüsseltechnologie zur Falle wird

Selbstverständlich XML Format!

Das XML Format hat seit seiner Einführung eine derartig große Verbreitung gefunden, dass die Frage nach Alternativen oft gar nicht mehr gestellt wird. Das Gespür dafür, dass es sich um eine Technologie handelt, die wie alle ihre Vor- und Nachteile hat, und die deshalb vor jeder Adaption gründlich bewertet werden muss, fehlt bisweilen.

Es scheint, dass die Schwachpunkte von XML trotz des Standard-Formats nicht ausreichend bekannt sind, denn es wird immer wieder in Fällen eingesetzt, für die es nicht entworfen wurde und völlig unangemessen ist.

 

Drum prüfe, wer sich ewig mit XML bindet.

Die Entscheidung für oder gegen das XML Format ist in großen Projekten nicht einfach rückgängig zu machen. Datenformate sind grundlegende Bestandteile interner und externer Schnittstellen. Ein Austausch betrifft deshalb in der Regel alle Komponenten des Systems und ist entsprechend aufwendig und riskant.

Wenn sich Probleme zeigen, die Kosten oder Risiken eines Wechsels aber zu hoch sind, sitzt man in der XML-Falle. Dann hilft meist nur noch bessere Hardware.

Blindes Vertrauen darauf, dass es sich bei XML um eine bewährte Technologie handelt, kann deshalb auf die Dauer teuer werden.

 

Wo es problematisch werden kann.

Das XML Format verdankt seinen Erfolg nicht vorrangig exzellenten technischen Eigenschaften, sondern der Tatsache, dass es im richtigen Moment bestehende Anforderungen befriedigen konnte und Teil des Internet-Hype wurde.

Die problematischen Eigenschaften zeigen sich als solche meist nicht sofort:

  • Die Geschwätzigkeit (Verbosity) führt besonders bei weniger umfangreichen Daten zu einem erheblichen Overhead mit Konsequenzen für Speicher- und Bandbreitebedarf sowie die Verarbeitungsleistung von XML.
     
  • Die Performance der XML-Verarbeitung ist in Folge ungeschickter Definitionen und der Geschwätzigkeit und wird daher in größeren Anwendungen oft zum Engpass.
     
  • Eine gewisse Unbestimmtheit als Kehrseite der großen Flexibilität verleitet dazu, XML-Formate nicht mit der notwendigen Stringenz zu definieren. Überdies führt die einfache Syntax dazu, dass in der Praxis solche Formate gelegentlich von Geschäftsebenen beeinflusst werden, die die Konsequenzen gar nicht übersehen können.
     

Die positiven Seiten des XML Formats

Natürlich soll XML nicht völlig verdammt werden. Für den Einsatz sprechen unter Anderem folgende Punkte:

  • Es existiert ein Standard.
  • Zahlreiche Tools und viele Programme unterstützten XML.
  • XML ist bei Entwicklern als Standard-Format bekannt, Erfahrungen sind vorhanden.
  • Kurz, XML ist allgemein akzeptiert.
     

Es gibt Alternativen zum XML Format

Neben den kritischen Punkten von XML muss man die Alternativen kennen, die existieren in vielen Fällen. Man muss nur danach suchen und bereit sein, etwas Lernaufwand in Kauf zu nehmen. Auf die Dauer wird sich das in vielen Fällen als gute Investition erweisen.

Wenn die Nachfrage nach solchen Alternativlösungen steigt, wird sich auch das Angebot entwickeln.

 

Nachdenken und Prüfen

Nachdenken und Prüfen, Abwägen der Vor- und Nachteile verschiedener Technologien ist das Wesen jeder Ingenieurarbeit. Darauf sollte auch in der Software-Entwicklung niemand nach dem Motto „Das machen alle so." verzichten, insbesondere, wenn es um den Einsatz von XML geht.

Interessiert? Dann lesen Sie mehr über die Eigenschaften bzw. die Gesichtspunkte einer kritischen Bewertung und Alternativen rund um das XML Format.

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Juri Urbainczyk
Managing Consultant
it-consulting@agon-solutions.de