Semantik (fast) ohne Syntax veröffentlicht im Informatik Spektrum

Eschborn, 10.11.2014

Informatik Spektrum veröffentlicht den Artikel „Semantik fast ohne Syntax" von Dr. Jürgen Lampe.

In diesem Artikel wird das Problem, das Markierungselemente wie Annotationen in Java oder Attribute in C# für die langfristige Code-Wartung darstellen, unter allgemeineren Gesichtspunkten behandelt. Weitgehend unbeachtet von der wissenschaftlichen Forschung, haben sich auf diesem Weg einige Varianten der Meta-Programmierung (Code-Generierung, Code-Modifizierung) in der Praxis etabliert. Die einzelnen Techniken sind gut verstanden. Jedoch gibt es praktisch keine anwendungsreifen Vorstellungen darüber, wie die Wartbarkeit der auf diese Weise erzeugten Software unterstützt werden kann.

Die große Herausforderung besteht darin, dass für derartigen Code die alte Wahrheit „Der Code ist die genaue Beschreibung dessen, was letztlich ausgeführt wird." nicht mehr gilt. Aus Sicht des Programms werden Anmerkungen als einseitige, zudem unscharf definierte Schnittstellen betrachtet. Es gibt keinen zwingenden Kontrakt zwischen diesen „Angeboten" und einer dazu passenden „Nachfrage". Die Compiler können nur sehr rudimentär helfen, Fehler zu vermeiden, weil die syntaktische Struktur der Anmerkungen so arm ist, dass nicht einmal auf eventuell erforderliche Kombinationen geprüft werden kann. So ist auch der Titel zu verstehen – viele Bedeutungen, aber wenig formale Unterstützung.

Allerdings könnte man das Ganze auch umgekehrt sehen. Dann hat man Sprachelemente, die im Sinne der Programmiersprache eigentlich gar keine Bedeutung haben: „Syntax ohne Semantik". Das ist die Situation, mit der sich möglicherweise ein Entwickler konfrontiert sieht, der nach fünf oder zehn Jahren den Auftrag bekommen hat, entsprechenden Code zu modifizieren.

Mit der Veröffentlichung in der Zeitschrift der Gesellschaft für Informatik soll auch erreicht werden, dass die Lösung der beschriebenen Probleme nicht allein der Praxis überlassen bleibt. Gebraucht werden dringend neue Ideen für die Beherrschung der Techniken, denn aufhalten lässt sich der Einsatz dieser Techniken nicht. Den Link auf den vollständigen Artikel finden Sie hier (http://link.springer.com/article/10.1007/s00287-014-0837-x). 

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Nicole Heyne
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