Portale - Integration von Workflows

Portale und die Darstellung von Workflows fokussieren nach wie vor auch den Bruch zwischen den beiden großen Integrationsthemen „GUI" und „Geschäftsprozess". Es wird zwar zunehmend von Portalen erwartet, dass sieWorkflow-Funktionalität mitbringen und viele – z.B. Liferay Portal – tun das auch. Allerdings sind die Modellierung der GUI-Integration einerseits und die Modellierung des Workflows andererseits nach wie vor zwei getrennte Welten die sich nur sehr schwer zusammenbringen lassen.

 

Modellierung des Workflows bei Portalen

Abbildung 1 stellt verschiedene Aspekte dar, die in diesem Kontext zu Schwierigkeiten führen: Die Auflösung der Anwendungen in einzelnen Portlets ist unabhängig von der Modellierung des Workflows, eine Konsistenz ist also nicht garantiert. Zudem sind mehrere Abteilungen am Workflow beteiligt, so dass eine Orchestrierung der Anwendungen erfolgen muss. Dafür gibt es aber in Portalen keinen standardisierten Mechanismus. Des Weiteren müssen die Anwendungen für eine erfolgreiche und sinnvolle Prozessintegration in wahrscheinlich jeweils mehrere Portlets aufgeteilt werden. Diese Aufgabe ist vor allem fachlich zu lösen und kann technisch nicht unterstützt werden.

 

Portale Workflows Prozessintegration

Abbildung 1: Herausforderung von GUI- und Prozess-Integration

 

Einzelne Workflows je Portalseite

Aber auch trotz der großen Herausforderungen bleibt das Ziel einer übergreifenden Integration von GUI und Prozess die Anstrengungen wert. Dabei gibt es die Grundidee, dass jede Aktivität durch genau eine Portalseite im Portalrealisiert wird, die wiederum aus einem oder mehreren Portlets besteht. Dadurch kann der Nutzer eine ganze „Suite" von Anwendungen gleichzeitig in seinem Prozessschritt einsetzen. Zur Entkopplung von Portal und Workflow Engine wird dabei ein ESB eingesetzt (Abbildung 2), so dass keine harten gegenseitigen Abhängigkeiten entstehen, welche die Wartung erschweren würden.

 

Portale Workflows Aktivitäten

Abbildung 2: Eine Portalseite pro Aktivität

 

Fachlogik nur im Workflow und einzelnen Portets

Abbildung 3 zeigt die Details zu diesem Workflow-Ansatz, der im Portal einen „Prozess Service" etabliert, der letztlich über die „eingebaute" Portalnavigation die für den Prozess nächste notwendige Portalseite aufruft. Dazu ruft er die nötigen Informationen aus einer separaten Workflow Engine ab, die über den ESB lose gekoppelt ist. Durch diese Architektur befindet sich die Fachlogik nur im Workflow und in den einzelnen Portlets – nicht jedoch im Portal, was aus Wartungsgründen wichtig ist. Beim einzelnen User sorgt ein ToDo Listen Portlet dafür, dass er die jeweils anstehenden neuen Aktivitäten (also Portlets) angeboten bekommt. Auch dieses Portlet wird über den Prozess Service und damit letztlich von der Workflow Engine gesteuert.

Die Integration von GUI und Prozess ist also möglich, setzt aber für Portale eine saubere Fachkonzeption – insbesondere bei der Aufteilung der Anwendungen - und eine wartbare Architektur voraus.

 

Portale Workflows Konzept

Abbildung 3: Konzept des Workflows einer Prozessintegration mit Portalen