Agon Newsletter 03 / 2015.

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Teilnehmehmerbericht über die Fachtagung der Versicherungsforen Leipzig „Facharchitektur in Versicherungen“

Die Versicherungsforen Leipzig führen regelmäßige, im Jahresrhythmus stattfindende Fachkongresse zu diversen Versicherungsthemen durch. Die Veranstaltung „Facharchitektur in Versicherungen" fand in diesem Jahr bereits zum fünften Mal in Folge statt. In der diesjährigen Tagung vom 22. bis 23. September mit ca. 80 Teilnehmern wurde das Thema Facharchitektur an 2 Tagen in sehr interessanten Vorträgen aus der Sicht unterschiedlicher Versicherungsunternehmen vorgestellt. Alle Vorträge basierten auf praktischen Erfahrungen und wurden mit den Teilnehmern in den Diskussionsrunden sowie in den Pausengesprächen sehr intensiv diskutiert.

Um eine erste Begriffsdefinition zu finden, startete Herr Prof. Dr. Nils Urbach von der Universität Bayreuth mit einem einleitenden Vortrag unter dem Titel „Facharchitektur-Management als Teil des Unternehmensarchitektur-Management: Grundlagen, Aufgaben und Erfolgsfaktoren".

Wesentliche Kern-Aussagen aus diesem Vortrag:

  1. Facharchitekturen sollten Teil eines Enterprise-Architektur-Managements sein;
  2. Enterprise-Architektur-Management (EAM) sollte keine eigenen Prozesse haben, sondern Einfluss und Optimierung auf die bestehende Prozesskultur haben (Prozessanreicherung).

Ein schwieriges Thema sind die Erfolgsfaktoren. Verbesserungen sind meist nicht direkt messbar, da nur qualitative Verbesserungen in den Projekten und Prozessen erzielt werden und damit lediglich ein indirekter Erfolg zu Stande kommt. Ob die Einführung von EAM und Facharchitekturen in einem Unternehmen als Erfolg bewertet wird, hängt zudem stark von der Qualität und dem Status der beteiligten Mitarbeiter und Führungskräfte ab.

In den folgenden Praxisvorträgen wurde die gesamte Spannbreite unterschiedlichster Facharchitekturansätze deutlich: Diese reicht von nur sehr schwach ausgeprägten IT-Architekturansätzen mit der Vorgabe von wenigen zentralen Standards und Methoden, bis zum Ansatz, dass die Facharchitektur fest in der Unternehmensstrategie verankert ist. Hier wird dann über einen Top-Down-Ansatz aus der jeweils aktuellen Unternehmensstrategie eine strukturierte Architekturplanung vorgenommen. Dabei wird als Werkzeug ein Geschäftskomponenten-Modell entworfen. Mit dem Modell werden GAP-Analysen (als Buttom-Up-Ansatz) zwischen IST- und SOLL-Architekturen durchgeführt, um daraus konkrete Initiativen abzuleiten. Als kritische Erfolgsfaktoren sind dabei das gemischte Vorgehen (sowohl Top-Down wie Buttom-Up) sowie die Gewinnung von Stakeholdern für die Architektur zu sehen. Darüber hinaus ist eine intensive und offene Kommunikation mit allen Beteiligten (IT, Fachbereiche, Management) extrem wichtig, Architekturmodell und -vorgaben dürfen dabei immer als Werkzeug betrachtet werden.

Eine weitere sehr interessante Ausprägung ist der Ansatz, dass Fachcluster die Komponenten der Facharchitektur isoliert voneinander nutzen. Damit wird eine Heterogenität in den Architekturen als Ziel festgelegt. Insbesondere bei sehr agilen Entwicklungen können die einzelnen Projekte in den Fachclustern der Anforderung „Verkürzung der Time-to-Market" besser gerecht werden. Dazu ist aber auch die Entwicklung einer internen Kultur notwendig, bei der sich die einzelnen Projektteams mit ihren Architekturvorschlägen kontinuierlich austauschen und abstimmen.

Viele der genannten Diskussionspunkte begleiten die Architekten der Agon Solutions in aktuellen Kundenprojekten. Damit unterstützen wir effektiv den Wandel zu mehr Flexibilität in den Fach- und Enterprise-Architekturen gemäß unserem Motto „Design for Change".

Die Veranstaltung wurde durch eine sehr interessante Abendveranstaltung mit einer Führung zum höchsten Rathausturm Deutschlands (Leipziger Rathaus) abgerundet. Die großzügigen Veranstaltungsräume der Versicherungsforen in Leipzig bieten zudem perfekte Möglichkeiten, die zum Ende der Vorträge geführte Diskussion im kleinen persönlichen Rahmen weiter fortzuführen.

Gerne wird Agon Solutions auch im nächsten Jahr an dieser sehr gelungenen und interessanten Veranstaltungsreihe, deren Termin für 2016 bereits feststeht, wieder teilnehmen, ggfs. dann auch mit einem eigenen Vortrag gemeinsam mit einem unserer Kunden.

Frank Peter Kulas, Key Account Manager Agon Solutions