Agon Newsletter Ausgabe 03 / 2013.

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Green-IT: Was verbirgt sich dahinter?

Unter dem Begriff „Green-IT" werden verschiedene Bestrebungen zusammengefasst, um die Verwendung von IT-Systemen umweltfreundlich zu gestalten. Dazu gehört der Einsatz von Videokonferenzen zur Reduzierung physischen Verkehrs ebenso wie materialsparende und emissionsarme Produktion von Computern oder deren energiesparender Betrieb. Wenig bekannt ist, dass die Bundesregierung bereits 2008 eine gleichnamige Initiative gestartet hat , deren Schwerpunkt die Senkung des Energieverbrauchs von IT-Lösungen ist.

Relativ leicht erschließbare und überdies gut abrechenbare Potenziale fanden sich in den Rechenzentren. Durch Verbesserungen bei der Klimatisierung oder Einsatz der Virtualisierung, um eine verminderte Anzahl von Servern besser auszulasten, konnten bemerkenswerte Resultate erreicht werden. Es gibt erste Metriken für Rechenzentren, zum Beispiel PUE (Power Usage Effectiveness), entwickelt vom IT-Hersteller-Konsortium „the green grid" und ganz sicher braucht man nicht mehr lange darauf zu warten, dass entsprechende Zertifikate von Zertifizierungsunternehmen angeboten werden.

Allerdings ist absehbar, dass bereits in naher Zukunft die Software selbst stärker in den Mittelpunkt rücken wird, wenn es darum geht, in der IT Energie zu sparen. Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:

  1. Es kommen immer größere Anwendungen mit immer mehr Daten zum Einsatz. Ein Großteil davon wird in Rechenzentren (direkt oder „in der Cloud") laufen. Energie wird eine knappe Ressource und damit teuer bleiben. Deshalb werden die Preise für Rechen- und Transferleistungen steigen müssen. Programme, die schneller laufen und weniger Daten benötigen, verursachen dann geringere Kosten.
  2. Auf der anderen Seite, d.h. bei den Clients gewinnen die mobilen Geräte dynamisch an Raum. Solchen Geräten steht aber nur eine durch den jeweiligen Akku begrenzte Energiemenge zur Verfügung. Energiesparende Software verlängert die mögliche Laufzeit und verbessert so die Nutzbarkeit.

Im Licht dieser Entwicklung ist es nicht überraschend, dass in jüngster Zeit das Thema Energieverbrauch von Programmen auch in der Forschung bearbeitet wird. So fand an der Universität Oldenburg im April diese Jahres bereits der zweite Workshop „Energy Aware Software-Engineering and Development" statt, auf dem Themen wie der Einfluss, den die Verwendung von Entwurfsmustern auf den Laufzeit-Energieverbrauch hat, behandelt wurden. (Für Skeptiker: nicht nur theoretisch, sondern mittels einer an der University of Michigan entwickelten Software tatsächlich gemessen.)

Green-IT bringt nichts revolutionär Neues, sondern ist ein Indiz dafür, dass die Computeranwendung einen gewissen Reifegrad erreicht hat. Alle technischen Entwicklungen durchlaufen Phasen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Am Anfang geht es vorrangig um Stabilität und Leistungsfähigkeit, d.h. die Funktion. Sobald diesbezüglich ein akzeptables Maß erreicht ist, gewinnen möglichst niedrige Produktionskosten an Bedeutung, also der Preis. Schließlich folgt eine Phase in der die Kosten der An- bzw. Verwendung wichtig werden. Da sich Anbieter dann nicht mehr primär über den Preis oder die Funktion differenzieren können, erfolgt der Wettbewerb verstärkt über die Betriebskosten beim Kunden.

Letztlich geht es bei Green-IT um gute Software. Software, die ihre Aufgabe effizient und zuverlässig erledigt. Damit Software gut wird, müssen bei ihrer Entwicklung die bewährten Ingenieurstugenden zum Tragen kommen. Das beginnt bereits beim Konzept, d. h. bei der Definition der richtigen Aufgabenstellung. Das setzt sich fort über die Definition der Architektur, die Auswahl von Datenformaten bis hin zur handwerklich sauberen Implementation Implementierung angemessener Algorithmen. „Angemessen" ist ein zentrales Wort. Jede Entscheidung, ganz besonders, wenn es um die Verwendung von Frameworks geht, muss dahingehend geprüft werden, ob die immanenten Leistungsnachteile durch andere Vorteile ausgeglichen werden.

Das Ergebnis, „grüne" Software spart nicht nur Strom. Sie läuft auch schneller und braucht dabei weniger Speicherplatz. Agon Solutions verfügt über große Erfahrungen, wenn es darum geht, gute Software – vom Konzept bis zum Programm - zu realisieren. Machen Sie Ihre IT grüner! Wir helfen Ihnen gerne dabei.