Nachtrag JAX 2015 - was hängen bleibt

Eschborn, 18.08.2015

Die JAX 2015 ist inzwischen schon einige Monate her, aber für Nils Müller, Softwareentwickler der Agon Solutions, der richtige Zeitpunkt mit etwas Abstand noch einmal auf einzelne Vorträge zu blicken:

>> Geb & Graphene (Stefan Hildebrandt) <<
Für einen, der neu in das Thema automatisierte UI-Tests einsteigen will, war das sicherlich ein wenig zu viel des Guten. Selenium als Basis, darauf aufbauend Geb und Graphene und dazu noch ein Haufen anderer Tools und Frameworks bei denen sich sicher eine genauere Betrachtung lohnt.
Für den sanften Einstieg wäre eine Beschränkung auf wenige Tools und Frameworks geeigneter gewesen. Aber das war wohl nicht Ziel der Session. Was hängen bleibt, ist eine relativ umfangreiche UI-Test-Tagcloud und weiterhin der Eindruck, dass UI-Tests fragil und aufwändig sind.

>> Testgetriebene Infrastruktur als Code (Peter Roßbach) <<
In einem kompletten Beispiel wurde gezeigt, wie sich Images für Infrastruktur mit Hilfe von Docker aufbauen lassen und wie dieser Prozess testgetrieben vollzogen werden kann. Passenderweise wurden die Vortragsfolien als Dockercontainer bereitgestellt.

>> Die dunkle Seite von IoT (Matthias Steiner) <<
Tatsächlich habe ich mich während der Keynode häufiger gefragt, was genau mit "die dunkle Seite" gemeint ist. Es sollte doch eigentlich um die nicht so häufig im Fokus stehenden Aspekte gehen. Was kam, war ein grundlegender Überblick und eine Bestandsaufnahme der bestehenden Lösungen.

>> Garbage Collection Pausen (Angelika Langer) <<
Endlich eine Session, die auf verständliche Weise „Garbage Collection" erklärt. Man hätte bei Angelika Langer auch nichts anderes erwartet. Die drei Strategien der HotSpot-JVM (Parallel GC, Concurrent GC, G1) wurden beschrieben, auf die Vor- und Nachteile eingegangen und anschließend noch kurz die drei Alternativen Shenandoah (HotSpot-JVM), C4 (Azul-JVM) sowie die GC-Varianten der JRockit JVM gestreift. Dann war die Stimme weg. Aber im Grunde war auch alles gesagt. Die drei NoGos, die es mit allen GC-Strategien zu vermeiden gilt: 1. große Objekte, 2. viele Soft-/Weakreferenzen und 3. Traceoutput in der Produktionsumgebung.

>> Guerilla - Architektur (Bernd Rederlechner) <<
Die Ausgangssituation für die „Guerilla - Architektur" lässt sich wie folgt beschreiben: „Mitarbeiter lassen sich schlecht verändern aber durch Anpassung der Rahmenbedingungen werden die Mitarbeiter kreativ" (und verändern sich). Anhand konkreter Projektsituationen wurde gezeigt, wie agile Konzepte in einem Wasserfallprojekt etabliert werden können. Vielleicht die Chance eines sanften Einstiegs in agiles Vorgehen für alle die, die den „Alles oder Nichts"-Ansatz scheuen.

>> Myth Buster (Eberhard Wolff) <<

  • Das Wasserfallmodell hat Schwächen, die schon sehr lange bekannt sind. Die Grundlagen für das Wasserfallmodell sind eher schwach.
  • Lernen wir wirklich dazu, wenn wir immer noch glauben, ein Softwareprojekt in Schieflage ließe sich mit mehr Personal noch retten? Gilt nicht viel mehr: Architektur = Kommunikation = Organisation? (Ein Thema, welches Wolff bereits im Artikel „Microservices: Architektur agil skalieren" in der „Business Technology" 1/2015 detailliert beschrieben hat.)


Und zwei Buchtipps gab es auch noch: Frederick P. Brooks „The Mythical Man-Month" und Laurent Bossavit „The Leprechauns of Software Engineering".

Alles in allem wieder ein gelungenes JAX-Jahr 2015 mit einem sehr vielseitigen Programm.

 

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Nicole Heyne
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