Java 9-Freigabe wahrscheinlich erst im März 2017

Eschborn, 08.12.2015

Oracles Java-Chefentwickler Mark Reinhold hat eine Verschiebung des Termins für die Fertigstellung von Java 9 auf den 25.3.2017 vorgeschlagen. Es ist damit zu rechnen, dass dieser Vorschlag angenommen werden wird.

Was auf den ersten Blick wie eine schlechte Nachricht für die Java-Gemeinde aussehen mag, erweist sich bei genauerer Prüfung als ein starkes Signal für die Stabilität und Verlässlichkeit des Java-Ökosystems. Kernbestandteil der neunten Java-Version ist die Einführung eines Modularisierungskonzepts – bekannt auch als „Project Jigsaw". Diese seit langem gewünschte und ursprünglich bereits für Java 7 vorgesehene Erweiterung hat sich in der Realisierung als äußerst komplex erwiesen. Wegen der damit verbundenen Neuordnung einiger Bibliotheken gab es außerdem längere, nicht nur technische Diskussionen. Insgesamt erscheinen die nun gefundenen Lösungen, u. a. wurde auf die zeitweise vorgesehene Fragmentierung der Systembibliotheken verzichtet, durchdacht und praktikabel.

Erstmals seit der Veröffentlichung von Java im Jahr 1995 wird es dazu kommen, dass alter Code nicht mehr uneingeschränkt lauffähig ist.

Es scheint, dass man sich bei Oracle der Brisanz dieses Umstands bewusst ist. Um den Migrationsaufwand gering zu halten, wurden verschiedene Wege bereitgestellt, auf denen es ermöglicht wird, im Bedarfsfall alten Code ohne großen Aufwand weiter nutzen zu können, beispielsweise mittels spezieller Kommandozeilenparameter.Wie ernst dieses Thema genommen wird, konnte man auch auf der jüngsten Devoxx 2015 erleben, wo Mark Reinhold zusammen mit einigen Kollegen das neue Modulkonzept in mehreren Vorträgen darstellte, in denen immer wieder das Migrationsthema ausführlich behandelt wurde. Wenn jetzt eine Verschiebung des Release-Termins vor allem damit begründet wird, dass die Umsetzung und Unterstützung der Modularisierung mehr Zeit erfordert:
(Zitat:

"… the volume of interest and the high quality of the feedback received over the last two months suggests that there will be much more to come, and we want to ensure that the maintainers of the essential build tools and IDEs have adequate time to design andimplement good support for modular development."),

sollte das als Zeichen dafür gewertet werden, dass man alles daran setzt, damit Java das bleiben wird, wozu es sich in den zwanzig Jahren seiner Existenz entwickelt hat: eine stabile, mit der Zeit gehende IT-Plattform, die vor allem auch für strategische Projekte geeignet ist.

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Nicole Heyne
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