DEVOXX 2015: Rücksturz ins Jetzt!

Eschborn, 18.02.2016

DEVOXX ist ein Großereignis: mehr als 4000 IT-Experten kommen alljährlich nach Antwerpen und beschäftigen sich mit Java- und Web-Entwicklung sowie Software-Architektur. Die Konferenz wird von der belgischen Java User Group (BeJUG) organisiert und kann sich daher auf Inhalte statt auf Buzz Words konzentrieren. Mittlerweile existieren mehrere Ableger der Konferenz in verschiedenen europäischen Ländern und sogar in Marokko.

Konferenzen sind ein wesentlicher Bestandteil der Weiterbildungsstrategie der S&N Invent Unternehmensgruppe, neben technischen und methodischen Schulungen, Soft-Skill-Trainings und internen Code-Camps. Konferenzen ermöglichen es, die aktuellen Entwicklungen sowohl im Business als auch im universitären Bereich zu verfolgen und gleichzeitig den eigenen Horizont zu erweitern.

Die Mitarbeiter der S&N Invent Gruppe besuchen die DEVOXX regelmäßig seit 2009. Meist ist das eine Gruppe von 3-5 Entwicklern und Architekten, so dass Vorträge unmittelbar reflektiert und im Team besprochen werden können. Das fördert nicht nur das Verständnis und die Nachhaltigkeit der Konferenz sondern ist zusätzlich auch ein wichtiger Baustein beim Teambuilding. 

Im Vergleich zu den letzten Jahren war die DEVOXX 2015 sehr „down to earth". Im Fokus standen zwar auch neue Themen, allerdings gab es keinen expliziten Hype, der die Konferenz durchgängig geprägt hätte. Vielleicht wird dies am meisten daran deutlich, dass mit „20 Jahre Java" auch das Motto dieses Mal recht konservativ formuliert war. Wurde in der Vergangenheit die Konferenz z.B. stark von Mobile oder „Functional Programming" dominiert, so bestimmten 2015 vor allem anwendungsbezogene Themen die Sessions.

Das wird schon beim ersten Schwerpunktthema unmittelbar deutlich: die Modularisierung der Java-Plattform. Dieser Teilaspekt im Umfeld „Java 9" wurde vor allem von den Java-Architekten aus dem Hause Oracle repräsentiert. Dazu gab es mehrere sehr gehaltvolle Vorträge, welche die aktuellen Konzepte vorstellten, so z.B. die Einführung von Modulen in Java 9. Ein Modul ist ein Container von Packages. Es benennt die Modulnamen, von denen es abhängt (neues Schlüsselwort: „requires") und es exportiert („exports") eigene Packages, die dann wiederum von anderen Modulen genutzt werden können. In diesen Vorträgen wurde auch sichtbar (durch Arm heben), dass alte Java-Versionen immer noch eine große Rolle spielen und vielfach eingesetzt werden. Man ist sich der Problematik der Inkompatibilität mit alten Java-Versionen sehr bewusst: neben verschiedene Migrationspfaden wird aktuell intensiv daran gearbeitet, Code mit Hilfe von Schaltern/Options ohne Neucompilation lauffähig zu halten.

 

Project JIGSAW

 

Ein weiterer Schwerpunkt waren Microservices. Das ist nicht nur die Wiederbelebung von SOA unter neuem Namen, sondern geht darüber hinaus, da nun zum ersten Mal auch echte Implementierungskonzepte für die Umsetzung von Services vorliegen. Der Kernpunkt hier: jeder Microservice ist eine separat lauffähige Komponente, die von einem eigenverantwortlichen Team in DevOps umgesetzt wird. Für das Hosting steht Docker im Fokus. Mehrere Vorträge beschäftigten sich kritisch mit der Frage, wie die Komplexität, welche durch die Vielzahl an verteilten Komponenten entsteht, kontrolliert werden kann. Hier entsteht ein eigenes Ökosystem, welches auf Docker aufsetzt und dem Betrieb von Microservice-Anwendungen dient.

Zu unserer Überraschung schaffte es auch HTTP/2 unter die Top-Themen. Hier ist die Push-Technologie eine wesentliche Neuerung, welche der Vermeidung mehrfacher Roundtrips für zusammenhängende Ressourcen einer Page dient. Interessant ist auch das Multiplexing: mehr als 2 parallele Channels können asynchron senden und antworten. Mit HTTP/2 werden Web-Anwendungen nicht nur effizienter und angenehmer zu benutzen, sondern möglicherweise ändern sich auch grundlegende Programmier-Paradigmen, da die Servlet-API entsprechend angepasst werden muss.

 

HTTP/2 Push

 

Der Besuch der DEVOXX war inspirierend und lehrreich und ist somit empfehlenswert. Nur wenige andere Konferenzen können in Punkto Aktualität und Themenvielfalt mithalten. Auch die Organisation der Konferenz wurde erneut verbessert und professionalisiert, was nicht zuletzt auch durch die Rückkehr zu klassisch „analogen" Verfahren, wie einem Booklet und einem Umhänger deutlich wird. Vielleicht zeigt aber auch das nur sehr prägnant, dass die DEVOXX thematisch im Jetzt angekommen ist. 

Autor: Urbainczyk, Juri

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Nicole Heyne
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